Praktische WLAN-Sicherheit in Münchwilen

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Dass Wireless Netzwerke gefährdet sind ist  bekannt. Leider weniger bekannt ist, dass es nicht nur darauf ankommt ob das Netzwerk verschlüsselt ist, sondern auch welche Verschlüsselung genutzt wird. Mit einer falschen oder mangelhaften Konfiguration können so auch aus vermeintlich sicheren Accesspoints instabile Riskofaktoren werden. Doch halt; Was bedeutet das in Zahlen und wie „sicher“ sind Sie? Wir haben es in Münchwilen im Kanton Thurgau getestet – mit beunruhigenden Ergebnissen.

Interaktive Karte

SymbolRisikoBeurteilungEmpfehlung
Hohes RisikoDieses WLAN ist mit einer schwachen oder veralteten Verschlüsselung ausgerüstet.Sofort Verschlüsselung oder Router wechseln!
Mittleres RisikoDieses WLAN verfügt über Sicherheitslücken die ein Eindringen ermöglichen.Verschlüsselung überprüfen, unnötige Funktionen abschalten, sauber konfigurieren!
Kein SchutzEs wurde keine Verschlüsselung festgestellt.Ist das Fehlen einer Verschlüsselung Absicht (Extender...)?
Relativ sicherJe nach Passwortlänge ist dieses WLAN relativ sicher.Evtl. Passwort überprüfen (Länge/Komplexität)

Sind Sie sicher?

Überprüfen Sie Ihre WLAN-Sicherheit indem Sie entweder den Namen Ihres Netzwerkes oder die MAC – Adresse Ihres Routers in unserem WLAN-Checker eingeben! Weiter zum WLAN-Checker 2.0 Kostenlos Ihr WLAN checken

Erläuterungen

Von 1056 erkannten Netzwerken sind weniger als ein Drittel aktuell und sicher konfiguriert (27,5%).

Über 600 Wireless-Netzwerke verfügen zwar über eine aktuelle Verschlüsselung, haben aber unnötige oder falsche Optionen aktiviert die ein Eindringen ermöglichen (65%).

Schlussendlich bleiben noch 70 WLAN’s die entweder über gar keine oder aber über eine veraltete und leicht zu umgehende Verschlüsselung verfügen (7,5%).

Als „Unsicher“ und „Offen“ markierte Netzwerke können ohne Probleme in wenigen Minuten infiltriert, umgeleitet, abgehört oder verändert werden.

Als „Risiko“ eingestufte Netzwerke verfügen zwar über eine ausreichende Verschlüsselung, haben allerdings Zusatzfunktionen aktiviert, die das entschlüsseln oder knacken des Passwortes für den Angreifer unnötig machen („Hintertür“ > Verschlüsselung ≈  nutzlos). Wenn gleich dazu eine ausreichende Signalstärke und etwas mehr Zeit erforderlich ist, sind die Erfolgsaussichten eines solchen Angriffs sehr hoch und können vollständig verdeckt durchgeführt werden. Eine Rückverfolgung ist in allen Fällen praktisch unmöglich.

Die als „Sicher“ bezeichneten WLAN’s sind relativ sicher, abhängig vom gewählten Passwort. Sofern dieses über Sonderzeichen und Ziffern sowie über eine ausreichende Länge verfügt ist alles in Ordnung. Sollte das aber nicht der Fall sein oder beispielsweise der Name der Strasse oder die Adresse als Passwort verwendet werden, besteht auch hier Handlungsbedarf.

Was bedeutet das konkret?

Sofern das Ergebnis des obigen WLAN-Checks „Sicher“ lautet und die entsprechenden Hinweise beachtet wurden besteht kein Handlungsbedarf. In jedem anderen Fall ist Ihr Wireless-Netzwerk gefährdet.

Damit wir uns richtig verstehen – „gefährdet“ bedeutet nicht, dass der Nachbar Ihre Interverbindung kostenlos mitnutzen kann.

Wenn ein Netzwerk erst einmal infiltriert wurde ist wesentlich mehr möglich; angefangen von der Nutzung Ihres Internetzugangs für illegale Zwecke (Haftung liegt beim Betreiber des WLAN’s) bis hin zum kompletten Abhören des Netzwerkverkehrs (Passwörter, E-Mails, Browserverlauf…) oder der Manipulation Ihrer Daten. Selbst das Verbreiten von Schadsoftware im betroffenen Netz ist für den Angreifer nur noch mit einem kleinen Aufwand verbunden.

Ergänzende Bemerkungen

  • Sämtliche Namen der betroffenen Netzwerke wurden aus verständlichen Gründen „geschwärzt“ (***).
  • Ein Grossteil der Accesspoints ohne Verschlüsselung (blau) sind Extender, die bestehende Signale verstärken (wenig bis kein Risiko).
  • Bei den als sicher markierten AP (grün) wurde lediglich die Verschlüsselung nicht aber die Passwortstärke überprüft (Strassennamen als Passwörter sind nicht geeignet ;))
  • Risikonetzwerke (gelb) können unabhängig vom Passwort angegriffen werden (Schwachstellen hängen nicht vom Passwort ab!)
  • Das „Verstecken“ eines WLAN Namens (SSID) bringt keinen zusätzlichen Schutz und nützt wenig.
  • Update 28.5.14; Zur Vervollständigung wurden neue 89 neue Netzwerke der Datenbank hinzugefügt.
  • Update 4.7.14; WLAN-Checker wurde vollständig überarbeitet (Version 2) und zeigt neu auch die Standorte der Netzwerke an.
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